Welches Bundesland für die Approbation? Was man weiß und was nicht
Es gibt keine veröffentlichte Rangliste der schnellsten Approbationsbehörden. Was tatsächlich veröffentlicht ist, und woran Sie die Entscheidung stattdessen festmachen können.
In Foren und Gruppen wird ständig gefragt, welches Bundesland schneller ist. Die ehrliche Antwort beginnt damit, dass die dafür nötige Statistik nicht existiert.
Warum es keine Rangliste gibt
Der Bundestag hat 2025 in einer Drucksache festgehalten, dass der Bundesregierung keine bundesweiten Daten zu Approbationsanträgen von Ärztinnen und Ärzten vorliegen. Die Statistik zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen erfasst Anerkennungsverfahren, nicht den gesamten Approbationsweg. Es gibt also keine Grundlage, aus der sich 16 vergleichbare Bearbeitungszeiten ableiten ließen.
Was einzelne Länder veröffentlicht haben
- Baden-Württemberg: rund 3.900 laufende Anerkennungsverfahren, 704 Approbationen an in Drittstaaten ausgebildete Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2025.
- Sachsen: 224 Approbationen an außerhalb Deutschlands ausgebildete Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2025.
- Berlin: 2024 wartete nach Angaben der Ärztekammer mehr als die Hälfte der Antragstellenden – rund 1.000 Ärztinnen und Ärzte – länger als ein Jahr.
- Nordrhein: 3.352 Fachsprachprüfungen im Jahr 2025, davon 1.489 nicht bestanden.
Diese vier Zahlen messen vier verschiedene Dinge. Sie lassen sich nicht zu einem Ranking verrechnen, und niemand sonst kann das auch.
Woran Sie die Entscheidung festmachen können
- Prüfungstermine: Fragen Sie die Behörde und die Kammer direkt nach den nächsten freien Terminen für Fachsprach- und Kenntnisprüfung.
- Unterlagenanforderungen: Die Listen unterscheiden sich. Wenn ein Dokument in Ihrem Herkunftsland schwer zu bekommen ist, kann das die Entscheidung bestimmen.
- Arbeitsmarkt: 71 % der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte ohne deutsche Staatsangehörigkeit arbeiten im Krankenhaus. Wo Sie eine Stelle finden, ist für den Zeitplan oft wichtiger als die Behörde.
- Erreichbarkeit: Rufen Sie an. Eine Behörde, die ans Telefon geht und Fragen beantwortet, spart Ihnen mehr Zeit als jede Statistik.
Kostenlose neutrale Beratung
Die ZSBA der Bundesagentur für Arbeit berät kostenlos und neutral zur Wahl der Behörde und zu den Unterlagen – auch, wenn Sie noch im Ausland sind.